Gesundheitsladen Bielefeld e.V.
Informations- und Kommunikationszentrum für Gesundheit

Gesundheitspolitischer Aschermittwoch 2015: Arzneimittelreste sicher entsorgt

 

Bei einem steigenden Arzneimittelverbrauch wird auch die Frage einer sicheren Entsorgung von Arzneimittelresten immer wichtiger. Dabei soll die Entsorgung nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Umwelt unbedenklich sein. Gelangen Arzneimittelreste in das Grundwasser, so kann dies schlimme Auswirkungen für die Tierwelt zur Folge haben. Auch in Trinkwasserproben wurden bereits Arzneistoffe nachgewiesen. Ebenfalls riskant ist es, wenn z.B. Kinder über die frei zugänglichen Restmülltonnen an die Arzneimittelreste gelangen können. In Deutschland gibt es keine Sammelsysteme für Arzneimittelreste.

Grundsätzlich kann bei einer Entsorgung über den Hausmüll wegen des freien Zugriffs auf die Mülltonnen eine Gefahr für Kinder nicht ausgeschlossen werden.

Gelangt der Hausmüll direkt in die Verbrennungsanlagen, besteht nach unserem bisherigen Kenntnisstand kein Risiko, dass Arzneimittelreste in das Grundwasser gelangen. Wird der Hausmüll jedoch in Deponien zwischen gelagert, kann ein Einsickern von Arzneimittelresten nicht ausgeschlossen werden. Eine Entsorgung von Arzneimittelresten über die Spüle oder die Toilette ist in jedem Fall gefährlich, da in Kläranlagen nicht alle Arzneimittelreste abgefangen werden können. Mehr dazu finden Sie hier.

 


 

Arbeitsgruppe  Multiresistente Erreger (MRE)

 
Keime sind überall und derzeit in aller Munde.
Patienten sind zunehmend verunsichert und wollen insbesondere wissen, wie hoch ihr Ansteckungsrisiko ist speziell vor einem geplanten Krankenhausaufenthalt.

Krankenhausinfektionen haben eine entscheidende Bedeutung und weitreichende Konsequenzen nicht nur für Patienten sondern auch für Krankenhäuser und die Allgemeinbevölkerung. Um dem Problem der wachsenden Ausbreitung nosokomialer Infektionen und multiresistenter Erreger zu begegnen, gibt es in Deutschland umfassende gesetzliche Bestimmungen und Empfehlungen für die krankenhaushygienischen Maßnahmen. Bereits im Dezember 2011 hatte die Landesgesundheitskonferenz im Kontext des Aktionsplanes Hygiene der Landesregierung eine Entschließung "Prävention nosokomialer Infektionen" herausgegeben, die vom Gesundheitsladen in einfacher verständlicher Sprache für Patienten und Patientinnen  aufbereitet wurde. Für NRW gilt, dass die jeweiligen Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) verpflichtend umgesetzt werden müssen (§ 2 Abs. 1 S. 1 HygMedVO). 

Bereits im Jahr 2012 war für den Gesundheitsladen Bielefeld e.V.  das Problem „Krankenhauskeime“ im Rahmen seines gesundheitspolitischen Aschermittwochs Anlass für eine Patientenschutz – Aktion. Diese Pilot-Aktion war dem Thema „Krank geworden im Krankenhaus“ gewidmet und sollte erste Ansätze für persönliche Erfahrungen von Patienten und Patientinnen während ihres Krankenhausaufenthaltes zum Thema Hygiene und MRE sowie den Umgang der einzelnen Kliniken in der Region OWL mit MRE ermitteln. Diese Ergebnisse wurden ausgewertet und daraus Forderungen sowie Empfehlungen für Patienten und Patientinnen abgeleitet.

Aufgrund der Ergebnisse wurde dann 2013 eine systematische Befragung von Versicherten sowie eine erneute schriftliche Befragung der Krankenhäuser in der Region OWL durchgeführt. Diese Fragebogenaktion wurde vom Gesundheitsladen Bielefeld e.V. in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Betriebskrankenkasse in OWL (ArGe BKK OWL) sowie der Arbeitsgruppe 1 der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld organisiert und durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Rahmen eines Abschlussberichtes veröffentlicht und auf einer Pressekonferenz am 11. Juni 2014 vorgestellt. Näheres zu den Medienberichten finden Sie hier.

 


 

 

AG Gesundheitspolitik


Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Gesundheitspolitik und deren konkreten Auswirkungen auf uns als Patientinnen und Patienten. Dazu pflegen wir einen intensiven Austausch zu den entsprechenden Themen und bewerten diese aus verschiedenen Perspektiven. Wir wollen in Bezug auf die aktuelle gesundheitspolitische Entwicklung berechtigte Forderungen und / oder Fragen an die Adresse der Politiker aus Regierung und Opposition stellen und diese, sowie deren Reaktionen darauf in geeigneter Form veröffentlichen.